Offener Brief: „Helikoptergeld“ für unsere lebens- und liebenswerte Heimat

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Markus Söder,

sehr geehrter Herr Finanzminister Albert Füracker,

sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger,

wir wenden uns heute an Sie, nicht nur mit einem Appell, sondern vielmehr mit einem Hilferuf. Wir, der Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e.V., beraten nun seit Beginn der Corona-Krise unsere Mitglieder, informieren sie mehrmals täglich, fragen Stimmungen und Meinungen ab, formulieren Forderungen und Lösungskonzepte, aber in erster Linie stehen wir Seit an Seit mit unseren rund 15.000 bayerischen Mitgliedsunternehmen in dieser wirtschaftlich schweren Zeit.

Die letzten Wochen waren von großem Verzicht geprägt – für uns alle, in unserem Privatleben, aber für die bayerischen Selbständigen auch besonders in der Ausübung ihrer geschäftlichen Tätigkeit. Trotz dessen waren diese Wochen und Monate von großer Solidarität geprägt. Unternehmer haben bereitwillig ihre Geschäfte und Einrichtungen geschlossen, um keine Mitbürger zu gefährden.

Der Wandel und die finanzielle Not in den Innenstädten, aber auch im Lande verschärfen sich täglich. Der stationäre Handel prägt das Bild unserer lebenswerten Heimat. Der Einzelhandel wird auch noch weiter Unterstützung brauchen, auch dann, wenn die Händlerinnen und Händler endlich ihre Pforten wieder öffnen dürfen. Wir fordern und bitten Sie daher als Vertreter der Staatsregierung, sie finanziell zu unterstützen.

Wir fordern regionale Konsumgutscheine, die über die Landratsämter an die Bürger ausgegeben werden. Ähnlich der Unterstützung für Familien fordern wir ein regionales „Helikoptergeld“ für unsere lebens- und liebenswerte Heimat. Als Zeichen der Reanimation müssen alle Branchen Unterstützung erhalten. Dieses Programm darf nicht auf den Handel beschränkt sein. Auch Physiotherapeuten, kleine Handwerker, Fußpfleger, die Gastronomie und weitere sollten von diesem Programm profitieren. So würde die Kaufkraft in den regionalen Wirtschaftskreisläufen verbleiben. Dies wäre Hilfe zur Selbsthilfe für unsere Unternehmer vor Ort. Auch die Kommunen würden indirekt durch eine solche konjunkturelle Unterstützung profitieren. Die finanzielle Ausstattung unserer bayerischen Kommunen fußt auf dem funktionierenden Mittelstand. Nach Erhebungen des Handelsverbandes sind 65 % aller innenstädtischen Händler in ihrer Existenz bedroht. Es ist höchste Zeit zu handeln. Da die Kommunen am Rande ihrer finanziellen Handlungsfähigkeit stehen, ist hier der Freistaat gefragt.

Ich appelliere daher an Sie, lassen Sie uns endlich eine Perspektive schaffen, für den bayerischen Mittelstand und unsere lebens- und liebenswerten Innenstädte!

Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung und oder ein Gespräch mit Ihnen freuen.

Beste Grüße und bleiben Sie gesund.

Gabriele Sehorz
Präsidentin BDS Bayern